Veranstaltungen

11.-13. Dezember ∼ Symposion „Klöster der Zukunft“

Wie sieht ein Kloster der Zukunft aus? Was sind die Chancen, die Herausforderungen, woran kann man scheitern? Welche Beispiele aus der Praxis gibt es? Was haben wir mit Kloster NaturSinne bisher erreicht? Welche Probleme gibt es und wo wollen wir hin? All das wird Gegenstand des Symposions sein.

Das Wort Kloster bringt etwas in uns zum Schwingen. Wir denken vielleicht an alte, schöne Gemäuer, einen duftenden Kräutergarten, Rituale, Gemeinschaft und Besinnung auf das Wesentliche. Aus der Klosterküche duftet das Abendmahl. Sonnenstrahlen, die durch bunte Kirchenfenster ein Muster zeichnen. Die Zeit steht still. Es erklingt Gesang. Die Bäume vor dem Kloster geben Zeugnis über die Jahreszeiten ab, und die Bücher der Bibliothek bewahren Jahrtausende altes Wissen.

Die Klostertradition Europas hat sehr viel Wertvolles zu unserer Kultur beigetragen. Sie hat sie erhalten und war oftmals Keimzelle für Neues. Der geschützte Bereich eines Klosters vermag etwas, das da draußen nicht möglich ist. 

Traditionelle Klöster – ob christlich oder einer anderen Konfession zugehörig – sind an eine Religion oder einen Orden gebunden. Oft herrschen strenge Regeln, die den persönlichen Freiraum stark einschränken. Was machen jene, die das heute nicht mehr wollen – und trotzdem klösterlich leben möchten?

Im Symposion tauschen wir uns darüber aus, wie ein Kloster der Zukunft aussehen kann. Was ist die Essenz? Wie geht das ganz konkret? Was sind die Chancen und Herausforderungen? Woran kann man scheitern?

Denn: Es gibt sie und hat sie bereits gegeben – die Klöster der Zukunft. Franz Nahrada, der Veranstalter der ersten beiden Symposien zum Thema „Klöster der Zukunft“, führt uns in die Thematik ein. Als Partner unseres Klosterprojektes zeigt Franz, dass wir Teil einer großen Sehnsucht und einer großen Bewegung sind. Er berichtet über seine eigenen Gründungsversuche und seine damit verbunden Lernerfahrungen.

Außerdem werden wir den Entwicklungsstand und die Zukunft von Kloster NaturSinne beleuchten, dem ersten existierenden konfessionsfreien „Kloster für unsere Zeit“. Derzeit steht eine Erweiterung des Trägerkreises des Klosters an. Ganz konkret suchen wir Menschen, die in die Mitverantwortung gehen wollen. Sie können Teile der GmbH erwerben, der das Grundstück und die Gebäude gehört, und so die Zukunft des Klosters mitgestalten und sicherstellen. 

PROGRAMM 
Freitag 15.00 bis Sonntag 15.00

  • Vorträge, Praxisberichte, Fragen, Antworten und Diskussionen zu den Themen: Klöster der Zukunft, Erfahrungen mit Klostergründungen und intentionalen Gemeinschaften, Konfliktbegriff „Spiritualität“, Sinn und Unsinn von Religion (Vortragende unten)
  • Kleingruppen zu den praktischen Fragen wie: Struktur – Trägerschaft – Verantwortung – Entscheidungsfindung – Finanzierung – Wirtschaftlichkeit – Werte – Wieviel Verbindlichkeit und Verzicht? – Regeln – Was ist allen gemeinsam heilig?
  • Führung durch das Kloster NaturSinne und das Gelände + Kräuterkunde
  • Teilnahme an den täglichen drei Ritualzeiten im Kloster NaturSinne (10 bis 20 min Meditation)
  • Morgenspaziergang oder morgendliche Bewegungs-Meditationen
  • Abendprogramm mit Tänzen, Adventfeier, Austausch am Kachelofenfeuer
  • Gemeinsame Mahlzeiten oder Genießen des guten gesunden Bioessens in Stille
  • Herzensgespräche
  • Zum Abschluss am Sonntagnachmittag: Atmen und Eisbaden im Naturbadeteich

Ausführliches Programm: https://kloesterderzukunft.blogspot.com/

KOSTEN

Tagungsgebühr Freitag bis Sonntag sowie zwei Übernachtungen und Vollpension: 180 bis 220 € je nach Zimmerkategorie. Alle Zimmer haben ein eigenes Bad und WC.

110 € für eine zweite Person im Doppelzimmer, inklusive Tagungsgebühr und Vollpension für zwei Tage

Für Tagesgäste: Teilnahmegebühr inklusive Mittagessen oder Abendessen und Getränke (Wasser, Tee, Kaffee): 40 €

Falls die Veranstaltung wegen Corona-Regelmentierungen abgesagt werden muss, erfolgt eine vollständige Rückerstattung der bereits geleisteten Anzahlung.

VERLÄNGERUNG DES AUFENTHALTES

Vor oder nach dem Symposion kann der Aufenthalt für einen Aufpreis von 35 € pro Tag und Person (für das Zimmer und drei gesunde Mahlzeiten) verlängert werden, um den Alltag im Kloster NaturSinne kennenzulernen. Eine Stunde Mitarbeit pro Tag wäre wünschenswert. 

INFORMATIONEN und ANMELDUNG 
info@klosternatursinne.at
www.klosternatursinne.at

ADRESSE: Kampichl 60, 2871 Zöbern, Österreich

VORTRAGENDE:

Mag. Franz Nahrada ist Soziologe und beschäftigt sich seit 30 Jahren leidenschaftlich mit der Perspektive eines kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Wandels. Mit seinen „Labors für Globale Dörfer“ setzt er sich für die Wiederaufwertung ländlicher Räume, für globale Wissenskooperation und für die Wiederverwurzelung in heilenden, kulturkreativ gestalteten organischen Habitaten ein. Als Initiator der Symposien zum Thema „Klöster der Zukunft“ (2012 und 2013) engagiert er sich auch für das Kloster NaturSinne als „Pionierpflanze“ und Experimentalort künftiger Soziotope. Franz fasst mit Iris zusammen die beiden früheren Symposien zusammen und berichtet über eigene Klostergründungsprojekte.

Dr. Iris Kunze erforscht seit 2001 nachhaltige Lebensweise, Gemeinschaften und soziale Innovationen. Sie hat sich – unter anderem an der Universität für Bodenkultur in Wien – mit der Mensch-Naturbeziehung von Ökodörfern und Klöstern auseinandergesetzt. In ihren zahlreichen forschungsbasierten Publikationen lässt sie sich von der Frage leiten, „wie wir nachhaltiger, zukunftsfähiger, kooperativer sowie achtsamer und glücklicher leben können“. Iris hat selbst in verschiedenen Gemeinschaften gelebt, z.B. drei Jahre im Ökodorf Sieben Linden. Sie war bereits 2012 und 2013 Referentin bei den Symposien „Klöster der Zukunft“ und wird sich im gemeinsamen Vortrag mit Franz den Fallstricken und denGründen für das Gelingen von intentionalen und spirituellen Gemeinschaften widmen.

Prof. P. Dr. Edward Fröhling SAC (Societas Apostolatus Catholici“) ist seit 2002 Mitglied der katholischen Gemeinschaft der Pallottiner und Professor für Fundamentaltheologie und Theologie der Spiritualität an der ordenseigenen Universität in Vallendar bei Koblenz. Als katholischer Priester war er einige Jahre in der Jugend- und Schulpastoral tätig. Derzeit lebt er im „Haus der Stille“ in Heiligenkreuz a.W. Edward wird sich mit dem Konfliktbegriff „Spiritualität“ auseinandersetzen und sich der Frage widmen, wie aus unserer Spiritualität alternative Welten entstehen können.

Werner Gross ist Diplom Psychologe, Psychotherapeut, Dozent und Supervisor an der Wiesbadener Akademie für Psychotherapie (WIAP). Von 1996 bis 2017 leitete er für den Deutschen Psychologenverband (BDP) den Arbeitskreis „Religionspsychologie, Spiritualität und Psychomarkt“ und entwickelte das Informationsblatt „Was eine alternativ-spirituelle Gruppe zur Sekte macht“. Er war auch Mitglied in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Thema „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“. Werners Thema wird der Sinn und Unsinn von Religionen sein.

Dr. med. Udo Boessmann ist wie Werner WIAP-Dozent und bildet Ärzte und Psychologen zu staatlich anerkannten Kassenpsychotherapeuten aus. Vor einem Jahr rief er mit seiner Partnerin Claudia Kloster NaturSinne als Ort für heilsames Sein ins Leben. Dieses konfessionsfreie Gemeinschaftsprojekt ohne Guru oder Abt soll günstige Rahmenbedingungen schaffen, um auf natürliche Weise gesunden zu können, ohne „repariert“ werden zu müssen. Udo wird zusammen mit den Klosterbewohnern berichten, was bereits gelungen ist und welche Hürden sich dem Projekt noch in den Weg stellen.

Mag. Claudia Fabrizy ist eigentlich Betriebswirtin, fühlt sich aber schon seit langem zu Religion und Mystik hingezogen. Ihr Hauptanliegen ist „Mündige Spiritualität“: Individuelle Transzendenzerfahrungen verbindet sie mit einer erkenntniskritischen und eigenverantwortlichen Grundhaltung. Mit Udo zusammen gründete sie Kloster NaturSinne. Sie gestaltet dort Räume und Rituale und ist für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media verantwortlich. Claudia wird zusammen mit den Klosterbewohnern von ihren bisherigen Erfahrungen mit dem Klosterprojekt berichten. 

Fotos der Vortragenden: https://kloesterderzukunft.blogspot.com/

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